Rückblick

Mein Literatur-Januar – „Auswärtsspiel“ und starke Aufschläge

Bevor ich mit meinem literarischen Start ins Jahr 2022 beginne, soll hier erstmal ein Haken an das Thema „Organisation und Erscheinungsbild des Blogs“ gemacht werden. Ich falle gleich mit der Tür ins Haus: Horatio – Bücher ist jetzt auf Instagram bzw. wie die jungen Leute sagen „auf Insta“ 😉 zu finden. Sozusagen ein Auswärtsspiel! Jetzt könnte mancher oder manche nicht ganz zu Unrecht einwenden, dass es mit Horatio-Bücher auf Twitter ja eigentlich bereits genug des Guten war. Ich will jedoch darauf hinweisen, dass gerade das Medium Instagram meiner Vorliebe, begleitend zum Blog auch viel mit eigenen Fotos zu arbeiten, sehr entgegen kommt. Instagram ist für mich da sehr interessant und macht mir auch viel Spaß. Natürlich werde ich weiterhin schwerpunktmäßig auf dem dynamischen und sehr kommunikativen Twitter unterwegs sein. Ich freue mich daneben jedoch ausdrücklich auch über alle, die sich für meine Inhalte auf Instagram interessieren.

Daneben ist das Jahr 2022 für mich aber auch literarisch sehr vielversprechend gestartet. Gleich die erste Buchvorstellung im Januar betraf den außerordentlich starken Roman eines mir bisher unbekannten Autors. Schon vor einiger Zeit war ich auf dem Blog „Kaffeehaussitzer“ auf „White Tears“ von Hari Kunzru gestoßen. New Yorker Hipster und eine Reise in den tiefen Süden der USA. Gekonnt schlägt dieses sensationelle Buch den Bogen von Nick Hornby`s charmanten Plattensammlerroman „High Fidelity“ bis hin zu Joseph Conrads intensiven und furchterregenden „Das Herz der Finsternis“. Musik, Rassismus kulturelle Aneignung. Ungeheuer aufwühlend, spannend und beeindruckend. Ich bin froh, diesen Roman gelesen zu haben.

Weiter ging es mit Stephan aus dem Siepens verwunschenem kleinen Band „Das Seil“, auf den ich beim Twitter Account des Literaturblogs „Zeichen & Zeiten“ aufmerksam geworden war. Ob es sich bei dieser mysteriösen, märchenhaften und bewegenden Geschichte letztendlich um eine Fabel, Parabel, Reflexion, Erzählung oder einen Roman handelt, kann dahingestellt bleiben. Sie ist auf jeden Fall wunderbar erzählt und regt zum Nachdenken an. Ein großes kleines Abenteuer.

Schon lange lag es mir am Herzen, auch mal über eine Krimi-Reihe zu berichten. Ich gebe es hier gleich zu: Ich war schon immer ein begeisterter Krimi Leser. Gut geschriebene Krimis sind einfach herrlich. In der Regel bewegt man sich innerhalb eines geordneten Szenarios, fliegt durch die Seiten, identifiziert sich mit den Ermittlern /-innen und kann am Ende beruhigt einschlafen, da der Gerechtigkeit Genüge getan wurde. 😉 Ich weiß, es gibt Noir, sozialkritische Schweden und heutzutage leider auch Mengen an Serienmördern. Aber „Schwamm drüber“ klassische Krimis sind großartig. Ein wunderbares Beispiel ist die US-amerikanische Reihe um den Polizeichef Jesse Stone von Robert B. Parker, großartig verfilmt mit Tom Selleck in der Hauptrolle. Diese Krimis sind mir besonders ans Herz gewachsen. Eins passt hier zum anderem und insgesamt ergibt sich ein klassischer, stimmiger, atmosphärisch dichter US-Hardboiled-Krimi, der einen sympathischen gebrochenen Helden aufweisen kann, gekonnt erzählt ist und niemals langweilt. Meine klare Empfehlung für die ganze Reihe.

Den Abschluss des Monats bildete dann auch noch ein ganz besonderes Highlight! Herve Le Telliers unkonventioneller Roman „Die Anomalie“. Paradoxien, Logikrätsel, philosophische Fragestellungen um Realität und Existenz. Verbunden mit berührenden Einblicken in die Innenwelten der betroffenen Menschen. Alles gekonnt erzählt und spannend, gelegentlich witzig aufbereitet. Das Gesamtpaket passte komplett in mein bevorzugtes Beuteschema. Alles wunderbar gelungen und völlig zu Recht mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Was soll ich sagen…? Meine klare Empfehlung. 

Derzeit lese ich den 800 Seiten starken Fantasy-Schmöker „Die Lügen des Locke Lamora“ von Scott Lynch, der wohl auch Beginn einer Reihe ist. Eigentlich recht vielversprechend. Meine letzte größere Fantasy-Schmöker-Reihe war allerdings „Games of Thrones“. Das wird nicht ganz einfach für Locke. 😉

Jetzt wünsche ich uns allen erstmal viel Spaß bei den Februar-Lektüren.

LG Horatio

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