Rückblicke

Mein persönlicher Rückblick auf den November

Im November ging es mit der Qualität der vorgestellten Bücher munter auf und ab. Es begann gleich am 1.11. mit dem Roman „Crossroads“ von Jonathan Franzen. Frühzeitig bestellt konnte ich eine erste Auflage ergattern. Seit seinem Durchbruch mit „Die Korrekturen“ lese ich Franzen eigentlich immer sehr gerne. Gerade auch seine Essays gefallen mir ausgesprochen gut. Obwohl von zahlreichen frühen Rezensenten hochgelobt, hatte ich bei der Lektüre dieses Mal jedoch leichte Schwierigkeiten. Die 825 Seiten wiesen bei aller Qualität doch einige Längen auf. Mit Urlaub und einigen Gläschen Rotwein ließ sich die Lektüre dann aber bequem bewerkstelligen. Meine Bewertung war entsprechend gut mit leichten Abstrichen.

Noch einmal besser wurde es dann mit dem Urban Fantasy Thriller „The Stranger Times“ von C.K. McDonnell, hinter dem sich der irische Comedian und TV-Autor Caimh McDonnell verbirgt. Der Roman war eine wirkliche Überraschung. Eine rasante, witzige Achterbahnfahrt, voller gut gesetzter Pointen. Dazu spannend und direkt, ohne großes Gedöns erzählt. Für alle, die dem Genre nicht völlig fern stehen, ein großes Vergnügen. Deshalb von mir auch eine Top Bewertung.

So hätte es gerne weitergehen können. Und alles sah auch wirklich danach aus. Als nächster Roman in der Reihe stand „88 Namen“ vom schon durch „Fool on the Hill“ und andere Kracher bekannten Autor „Matt Ruff“ auf der Liste. Ein SF Thriller mitten aus dem Leben des Online Gamings, bei dem auch der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un mit von der Partie ist. Angekündigt als „Pures Geek-Gold“… was hätte das schön werden können! Tatsächlich war der Roman aber eine große Enttäuschung. Matt Ruff hatte sich mit dem wahnsinnig interessanten Thema sehr viel vorgenommen, raus gekommen ist dabei allerdings sehr wenig. Deshalb von einem enttäuschten Gamer und Nerd eine entsprechende Bewertung.

Als der November dann immer verregneter wurde, fiel mir an einem Wochenende beim Abstauben der Band „Fragebogen“ von Max Frisch in die Hände. Ich habe Max Frisch immer gemocht und auch gerne gelesen. Faszinierend fand ich gerade seine Tagebücher (und natürlich „Montauk“), in denen er mit verschiedenen Textformen experimentiert und natürlich auch viel biografisches preisgibt. Besonders interessant und anregend waren für mich seit je her seine ungewöhnlichen Fragebögen aus den Tagebüchern. Nur zum Spaß fing ich an, die Fragen zu überfliegen und musste feststellen, dass diese auch noch 25 Jahre nach meiner ersten Begegnung wieder äußerst spannend waren. Kurzentschlossen, las ich den kleinen Band noch einmal und gönnte ihm (völlig berechtigt) eine Top Bewertung.

u guter Letzt dann der Höhepunkt des Monats. „Die Asche des Tages“ vom irischen Nationalschriftsteller Màirtìn Ò Cadhain. Ein kleines Büchlein von 146 Seiten voller Melancholie, tragischer Komik, Unvollkommenheit und Menschlichkeit. In teilweise deftigen um sich selbst drehenden Tiraden geschrieben. Sicherlich nichts für die schnelle Lektüre. Ein Werk auf das man sich einlassen muss, das einen dann aber reich entschädigt. Ganz klar mein Favorit des Monats und eine Top Bewertung.

Im Moment lese ich den gotischen Horror Roman „Spuk in Hill House“ von Shirley Jackson. Das ist ganz praktisch, da ich zum Glück die nach den Motiven des Romans produzierte Netflix Serie noch nicht kenne. Bisher gefällt mir der Roman auch sehr gut. Näheres dann in meiner Buchvorstellung.

LG und bis demnächst

Horatio

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